Hilfe
Ratgeber
Gibt es eine erste Hilfe für kaputte Kleidung, Handy und andere Dinge ?
Immer wieder werden Dinge weggeworfen, weil sie als unbrauchbar erscheinen. Entweder weil etwas abgeplatzt, oder verrostet ist, oder einfach nur wegen einer Beschädigung, die als nicht reparabel gilt. Aber in modernen Zeiten sollten Rohstoffe geschont werden und das Eine oder Andere lässt sich durchaus mit kleinen Tricks wieder herstellen und damit heile machen. Das ist zum Einen gut für unsere Rohstoffe, zum Anderen tut man dem Hersteller nicht immer gleich einen Gefallen, denn durchaus kann mit einer kleinen Reparatur so manches gerettet werden.
Wollen Sie es danach immer noch loswerden, dann gibt es ja zum Glück Kouro für Ihren Artikel.
Wer zu diesem Thema noch mehr wissen will, der kann sich das Buch von Nick Harper zulegen mit dem Titel „Reparier mich“. Da gibt es auf mehr als 250 Seiten Reparaturtipps für den Alltag.
Ein paar Beispiele aus dem täglichen Leben:
Handy:
Wasserschaden im Handy – Reagieren Sie schnell, schalten Sie es aus und entfernen sofort den Akku und die SIM-Karte. Nun tupfen Sie beides trocken und schüttel als erste Maßnahme Ihr Handy vorsichtig, so dass sich das erste große Wasser aus Ihrem Gerät entfernt. Jetzt nehmen Sie ein weiches Tuch, das auch saugfähig ist, und fahren durch alle Spalten und Ritzen, saugen Sie Wasserreste mit dem Staubsauger (mit weichem Bürstenaufsatz) weg. Das funktioniert besser als es sich zuerst anhört, aber nehmen Sie zum trocknen des Gerätes niemals einen Föhn. Das ist nur oberflächig trocken, weil ein Föhn die Feuchtigkeit nicht entfernt, sondern ins Gehäuse innere drückt. Legen Sie das Handy über Nacht in eine Schale mit Silicagel, das zieht die (Rest)Feuchtigkeit aus dem Gerät. Wenn Sie nicht sicher sind, dass das Gerät am nächsten Tag trocken ist, lassen Sie es einfach noch ein paar Stunden liegen, denn nur wenn alles restlos trocken ist, können Sie den Akku gefahrlos für das Handy wieder einlegen.
Fernbedienung:
Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor? Die Fernbedienung hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und nun geht die Tastatur nur noch mit starkem Drücken, oder ist ganz ausgefallen. Auch hier gibt es Abhilfe. Nehmen Sie die Batterie heraus und lösen Sie die Schrauben der Fernbedienung. Hebeln Sie die FB jetzt mit einem stumpfen Messer oder gleichwertigem Werkzeug auf. Jetzt sollten Sie neben der Abdeckung noch zwei Teile vor sich haben: Das Tastenfeld und die Leiterplatte. Die Leiterplatte können Sie jetzt mit einem feuchten Tuch und mildem Spülmittel oder Reinigungsalkohol reinigen. Die Leiterplatte ist sehr empfindlich, daher nur langsam und leicht wischen. Reinigen Sie nun mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen ganz vorsichtig die Kontakte auf der Tastatur, welche die Verbindung zur Leiterplatte herstellen. Jetzt die Teile noch gut abtrocknen und das Ganze wieder zusammen setzen.
Tasse ohne Henkel:
Sind die Bruchstellen unglasiert, waschen Sie die Teile in heißem Wasser und trocknen Sie sie gut ab. Bestreichen Sie danach beide Stellen einseitig, aber großzügig mit wasserfestem Keramikkleber, ohne dass etwas auf Tasse oder Hände tropft. Drücken Sie die Teile fest zusammen, achten Sie darauf, dass sie richtig zusammen passen. Warten Sie kurz ab, der Kleber braucht zum ersten leichten Festwerden ein paar Minuten, danach wickeln Sie Klebeband stramm um die Tasse und den Henkel, um ihn in seiner Position zu fixieren.
Verrostete Backformen:
Gießen Sie so viel Cola in die Backform, bis die Roststelle bedeckt ist und lassen Sie es über Nacht einwirken. Sie müssen danach die Backform nur noch sauber wischen.
Angebrannter Topf:
Füllen Sie den Topf mit Wasser und geben Sie ein paar Löffel Backpulver hinein. Lassen nun die Mischung aufkochen, jetzt sollten sich die angebrannten Stellen lösen. Spülen Sie den Topf im Anschluss wie gewohnt ab.
Klemmende Holzschublade:
Entweder haben sich Teile gelockert oder das Holz hat sich durch Feuchtigkeit verzogen. Beides lässt sich wieder richten: Schublade raus nehmen und nach blockierenden Teilen suchen. Lockere Nägel eventuell wieder einschlagen. Dann Ober- und Unterkante mit Bienenwachs einreiben. Klemmt es jetzt noch immer, schleifen Sie das Holz an den Seiten und hinten hauchdünn mit Sandpapier (mittlerer Körnung [80-100]) ab.
Eingelaufener Pulli:
Bei Wolle und Baumwolle können Sie so vorgehen: Weichen Sie das Kleidungsstück im Waschbecken ca. 15 min in warmen Wasser ein. Nehmen Sie es jetzt heraus und betupfen Sie es dann so lange mit einem Handtuch, bis es feucht ist – nicht nass! Wichtig: Legen Sie das Kleidungsstück auf eine Unterlage und dehnen Sie es vorsichtig, bis es in etwa seine ehemalig Form hat. In schlimmen Fällen können Sie das Kleidungsstück auch auf einen Bügel hängen und vom Gewicht der Feuchtigkeit in Form ziehen lassen. Damit haben Sie allerdings wenig Einfluss auf die spätere Form.
Werkzeug: steigende Qualität, steigender Preis
Geiz ist nicht immer geil, manchmal sogar gefährlich. Gerade im Bezug auf Werkzeug kann hier einiges in die Hose gehen. Am Werkzeug zu sparen, heißt am falschen Platz zu sparen. Neue Schlagbohrmaschinen unter 20 Euro, Winkelschleifer und weitere Elektrowerkzeuge für weniger als 20 Euro sind scheinbar echte Schnäppchen. Überall zu haben, Supermarkt, Baumarkt und auch in Auktionshäusern werden immer wieder scheinbar tolle, nagelneue Geräte angeboten.
Billigware – nein danke! Auch die klare Antwort von Stiftung Warentest. Nach genauen Untersuchungen von Stiftung Warentest von billigen und günstigen Akkubohrschraubern, Stich-und Handkreissägen, sowie von Winkelschleifern kamen die Prüfer zu dem niederschmetternden Ergebnis, dass es sich häufig um Elektroschrott handelt.
Die Werkzeuge erfüllen meist in vielerlei Hinsicht nicht die europäischen Qualitätsanforderungen. Es gibt keine Zertifizierung nach Sicherheitsstandards wie z.B. durch das „GS-Siegel – geprüfte Sicherheit“. Zudem lässt die Qualität der verwendeten Materialien viele Wünsche offen. Viele mechanische Teile werden oft aus minderwertigen Metalllegierungen gefertigt. Dazu kommt noch eine schlampige Montage. Das führt dazu, dass viele Teile einfach kaputt gehen, sie zerbrechen. Ausfälle durch Metallüberlastung sind ebenso häufig.
Aber diese Billigwerkzeuge können auch noch auf andere Weise gefährlich sein:
Kunststoffteile gingen im Test bei einem Kurzschluss in Flammen auf. „Wer einfach nur nach dem Preis kauft, handelt sich schnell Schrott ein“, so das Fazit der Experten von Stiftung Warentest. Manche Werkzeuge aus Fernost verbreiten einen scharfen chemischen Geruch. Das weist darauf hin, dass in Kunststoffverkleidungen und Plastikgriffen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sind. PAK gelten für den Menschen als krebserregend. Jedes dritte Produkt enthielt zudem deutliche Mengen problematischer Weichmacher. Einige der Anbieter haben auf die Hinweise reagiert und ihre Produkte vom Markt genommen.
Ebenfalls problematisch kann das Benutzen von Hammer, Säge und Schraubenzieher sein. Oft passen die Griffe nicht zur Hand oder sind nicht richtig konstruiert, dabei steigt die Gefahr für Verletzungen bei der Arbeit und wenn man auf der Suche nach Ersatzteilen und Akkus ist, hat man meist verloren.
Fazit:
Gerade bei Werkzeugen hat Qualität ihren Preis und dieser zahlt sich oft schneller aus, als man denkt.
Worauf sollte geachtet werden?
Prüfzeichen:
Qualität erkennen Sie vor allem an der Kennzeichnung, wie z.B. mit dem GS-Siegel und der Angabe einer DIN-Norm.
Haptik / Ergonomie:
Auf die Frage, woran man Qualitätswerkzeuge erkennt, antwortet ein Profi-Handwerker: „Gutes Werkzeug erkennt man, wenn man es in der Hand hält.“
Geruch:
Sollten den Gummi-und Plastikteilen schon ein chemischer Geruch entströmen, deutet dies auf die Verwendung giftiger Stoffe und Weichmacher hin.
Material:
Achten Sie genau auf das Material, welches sich unter dem Lack oder der Chromschicht verbirgt. Manchmal lauert da schon der Rost oder minderwertiger Stahl, der bei der Nutzung schnell ermüdet.
